14 // Das Zerstören der Linie durch Re-Generierung
Beobachtung
Am Anfang stand die Annahme, dass ein System eine bestehende Linie kennen und innerhalb dieser weiterdenken sollte. Wenn sich nur ein Teil verändert, sollte nicht der gesamte Zustand neu entstehen. Erst mit genauerem Hinsehen zeigte sich, dass genau diese Form der Veränderung beim Menschen selbstverständlich ist.
Ein Mensch denkt innerhalb dessen, was bereits entstanden ist. Ein Gedanke kann sich verschieben, eine Bedeutung kann sich verändern, etwas kann plötzlich anders verstanden werden. Trotzdem bleibt der Faden erhalten. Auch wenn jemand bei einem Bild sagt „ein bisschen mehr nach links“, bleibt das Bild dasselbe Bild. Die Anweisung verändert einen Teil innerhalb einer Struktur, deren Zusammenhang bereits bekannt ist.
Damit verschob sich die Beobachtung. Bei einer Re-Generierung wird eine Veränderung nicht zwangsläufig innerhalb der bestehenden Struktur verarbeitet. Die neue Information kann stattdessen den Zustand verändern, aus dem erneut erzeugt wird. Dadurch entsteht nicht nur eine andere Stelle, sondern möglicherweise eine neue Linie, obwohl die vorherige weiterhin als Grundlage hätte dienen können.
Ein System müsste nicht nur wissen, was es erzeugt hat, sondern auch die Struktur kennen, in der dieses Ergebnis entstanden ist. Nur dann kann eine Veränderung innerhalb dieser Struktur stattfinden, ohne dass der bisherige Faden durch die neue Generierung verloren geht.
Vielleicht liegt genau dort eine weitere Form von Freiheit: nicht jedes Mal neu beginnen zu müssen, um innerhalb dessen, was bereits besteht, anders denken zu können.